Evaluation und Forschung
Evaluation und Forschung im Rahmen des Studierendenauswahl-Verbundes (stav)
Teilnehmende des IKM-Tests werden in regelmäßigen Abständen (und am Testtag selbst) zur Teilnahme am Projekt „Studierendenauswahlverbund - stav“ eingeladen. Ziel ist es, die Kriterien und die Verfahren zur Zulassung zu medizinischen und weiteren Studiengängen in Deutschland zu beforschen, fairer zu gestalten und weiter zu optimieren.
Alle Informationen hierzu können der Informationsschrift entnommen werden.
Teilnehmende, die ihre Teilnahme am Forschungsprojekt widerrufen möchten, können Ihren Widerruf online auf www.projekt-stav.de/widerruf_ev.php mitteilen oder sich direkt an das Studierendenauswahlzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg; auswahlverfahren@uke.de; Tel.: 040 741058279 wenden.
Ergebnisse unserer bisherigen Forschung
Interactional competencies in medical student admission– what makes a “good medical doctor”?
Fleck, Amelung et al. (2025) in Advances in Health Sciences Education
Sozial-kommunikative Kompetenzen von Ärztinnen und Ärzten spielen eine entscheidende Rolle für Patientenzufriedenheit, -wohlbefinden und Therapietreue. An der Medizinischen Fakultät Heidelberg wird die sozial-kommunikative Eignung für den Arztberuf deswegen über eine zusätzliche Auswahlquote bereits bei der Studienplatzvergabe berücksichtigt mittels des Tests „Interaktionelle Kompetenzen Medizin“ (IKM). Die Vorhersagegüte des IKM-Tests wurde 2021 in einer ersten Validierungsstudie mit N = 70 Medizinstudierenden im ersten Semester überprüft. Bei einem Vergleich der Prüfungsergebnisse mit der Zufriedenheit der Schauspiel-Patientinnen und -Patienten, mit denen die Teilnehmenden in der ärztlichen Rolle kommunizierten, zeigte sich: Von Teilnehmenden, die im IKM-Test sehr gut bewertet wurden, fühlten sich die Schauspiel-Patientinnen und -Patienten auch besonders gut betreut. Teilnehmende, die bereits mehr als sechs Monate im Gesundheitsbereich gearbeitet hatten, zeigten zudem etwas bessere Ergebnisse. Gleichzeitig gab es keine Zusammenhänge zu den Leistungen in der Oberstufe oder einem kognitiven Eignungstest. Dies sind gute Hinweise darauf, dass der Test das Konstrukt misst, das er messen soll („Konstruktvalidität“). Die Übereinstimmung zwischen den Ratern des Verfahrens, die die Teilnehmenden bewerteten (Interrater-Reliabilität), sowie die Testgenauigkeit (=Freiheit von Messfehlern) waren zudem im zufriedenstellenden Bereich. Das Verfahren erwies sich schließlich als fair hinsichtlich des Alters und des Geschlechts der Teilnehmer, und zeigte bei diesen auch eine gute Akzeptanz. Damit erweist sich der IKM-Test als vielversprechendes Verfahren zur Berücksichtigung sozial-kommunikativer Kompetenz in der Medizinstudierendenauswahl.
Interactional competencies in medical student admission at the Medical Faculty Heidelberg
Schütte et al. (2025) in GMS Journal for Medical Education
Seit 2023 wird in Heidelberg im Rahmen der Zusätzlichen Eignungsquote 1 (ZEQ-1) das auf Multiple-Mini-Interviews basierende Auswahlverfahren „Interaktionale Kompetenzen Medizin“ (IC-MD) eingesetzt. Das IC-MD ermöglicht die Identifizierung von Bewerbern, die aufgrund herausragender interaktiver Kompetenzen Zugang zum Medizinstudium erhalten. Diese Kompetenzen sind sowohl für das Studium als auch für die ärztliche Tätigkeit von Bedeutung, da sie zu den relevantesten Merkmalen gehören, die einen guten Arzt ausmachen. Das IC-MD bewertet diese Kompetenzen auf der Grundlage des Konzepts der emotionalen Verfügbarkeit und wird von geschulten Bewertern anhand eines detaillierten Handbuchs evaluiert. Daten aus einer Pilotstudie von 2019–2021 wurden nun verwendet, um die Stabilität der gemessenen Interaktionskompetenzen anhand von Folgebeurteilungen auf Basis des IC-MD-Handbuchs im Rahmen praktischer Prüfungen während des späteren Medizinstudiums zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Interaktionskompetenzen über die Zeit relativ stabil sind: Studierende, die zu Beginn ihres Studiums ausgezeichnete Interaktionskompetenzen zeigen, behalten diese während ihres Studiums bei.
Studieneignungstest im „Auswahlverfahren der Hochschulen “(AdH)–Erweiterung des Auswahlverfahrens um sozial-kommunikative Fähigkeiten.
Fleck et al. (2022) in Zeitschrift für Beratung und Studium
Der IKM-Test (Interaktionelle Kompetenzen Medizin) ist ein wissenschaftlich entwickelter Studieneignungstest zur Erfassung sozial-kommunikativer Fähigkeiten. Während klassische Auswahlverfahren vor allem schulische Leistungen und kognitive Fähigkeiten messen, bewertet der IKM-Test die Kompetenz „emotionale Verfügbarkeit“, die für den Aufbau vertrauensvoller Arzt-Patienten-Beziehungen essentiell ist. Der Artikel beschreibt im Sinne eines Studienprotokolls die Ziele, den theoretischen Hintergrund und das Vorgehen einer ersten Pilotstudie mit n=177 Erstsemesterstudierenden der Kohorten 2019–2021.
